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Frau verschwindet

von Julia Hanni

Eine Wohnung. Ziemlich typisch für diese Stadt. Die Tür offen. Wie eine Einladung. Zwei Frauen schauen, ob hier alles stimmt. Wer lässt die Tür offen? Wer wohnt hier? Sie sind sich einig: eine Frau. Aber sie ist verschwunden. Wohin? Ist hier ein Verbrechen geschehen? Haben sie einen Tatort betreten? 

Die Frauen begeben sich auf Spurensuche. Sie stellen nicht fest, sie stellen Fragen, nähern sich vorsichtig dem Leben der Anderen an. 

Mit großer Intensität und Lust (er)finden sie Bruchstücke und setzen diese zu einem Leben zusammen. Sie verwerfen, tauschen aus, beginnen von vorn. Sie schreiben der Frau Geschichten auf den Leib, in die sich zunehmend Fäden ihres eigenen Lebens einweben. Und bald können wir nicht mehr unterscheiden, was uns hier erzählt wird: die Geschichte einer verschwundenen Frau? Die Geschichten von zwei suchenden Frauen, die darum kämpfen, sichtbar zu sein? Oder finden wir als ZuschauerInnen Bruchstücke unserer eigenen Geschichte, die endlich einmal erzählt werden sollte? 

Der Abend „Frau verschwindet“ thematisiert die Stellung von Frauen in einer im Wandel begriffenen Gesellschaft und hinterfragt kritisch ihre Selbst- und Fremdwahrnehmung. Konträr zum Titel möchte die Produktion Frauen zu mehr Sichtbarkeit verhelfen. Dafür wurden Frauen unterschiedlichen Alters zu ihren Erfahrungen des Frau- Seins befragt. Ihre Antworten werden im Rahmen einer Begleitausstellung sicht- und hörbar gemacht. 

Spiel: Kathleen Gaube, Cordula Hanns

Regie: Karin Herrmann 

Die Inszenierung "Frau verschwindet" von Julia Hanni ist in Kooperation mit dem Societaetstheater entstanden und wurde von der Kulturstiftung des Freistaates Sachses und dem Amt für Kultur und Denkmalschutz gefördert.

 

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Mitwirkende:

Termine:

SA 4.6.2022 20:00 Uhr Karten